Wie das Wasser durch den Strang läuft
Bei der Einrohrheizung gibt es pro Strang nur eine Leitung. Das warme Wasser kommt am ersten Heizkörper an, gibt dort einen Teil seiner Wärme ab und fließt weiter zum nächsten. Am Ende des Strangs kehrt es abgekühlt zum Wärmeerzeuger zurück. Die Heizkörper hängen damit wie Perlen an einer Kette, und jeder bekommt nur das, was der vorherige übrig lässt.
Warum die hinteren Heizkörper schwächer sind
Weil das Wasser unterwegs Wärme verliert, ist es am Strangende kühler.
Die Heizkörper dort sind größer ausgelegt oder werden anders eingestellt, damit sie trotzdem Wärme abgeben. Ist diese Abstimmung nicht mehr in Ordnung, werden sie nur lauwarm. Das kann an Verschmutzung, Luft im Strang, einer verstellten Einstellung oder an Veränderungen im Haus liegen, etwa wenn ein Heizkörper ausgetauscht oder ein Strang erweitert wurde. Solche Umbauten fallen den heutigen Bewohnern oft nicht mehr auf.

Was Mieter und Eigentümer prüfen dürfen
Beginnen Sie mit der Entlüftung des betroffenen Heizkörpers. Dazu brauchen Sie den Entlüftungsschlüssel, ein Tuch und ein kleines Gefäß. Wie Sie dabei vorgehen, wenn Sie die Heizkörper entlüften, richtet sich nach der Bedienungsanleitung. Nach dem Entlüften werfen Sie einen Blick aufs Manometer: Der Zeiger sollte weiterhin im vorgesehenen Bereich stehen. Fällt er stark ab, bleibt die Anlage so, wie sie ist, und ein Fachbetrieb prüft sie. Gluckern und Rauschen im Strang deuten ebenfalls auf Luft hin.
Drehen Sie das Thermostat probeweise auf und warten Sie, ob sich etwas ändert. Stellen Sie keine Ventile an Rohren oder Rückläufen um, weil das das Gleichgewicht im ganzen Strang stören kann. Gerade in einem Mehrfamilienhaus wirken sich solche Eingriffe auf Nachbarwohnungen aus. Melden Sie anhaltende Probleme der Hausverwaltung oder dem Vermieter, gegebenenfalls mit Angabe des betroffenen Raums.
Fachliche Eingriffe an der Einrohrheizung
- Alles, was die Hydraulik betrifft, ist Fachsache. Dazu zählt das Einstellen von Bypass und Voreinstellung, das Spülen des Strangs und der Austausch von Ventilen. Auch die Frage, ob eine Pumpe richtig dimensioniert ist, kann ein Heizungsbetrieb mit Messgeräten klären. Eine Anpassung im ganzen Haus läuft als hydraulischer Abgleich, bei dem der Betrieb die Wassermengen aller Heizkörper neu verteilt.
- Bei einem Heizkörper, der kalt bleibt, sagen Sie beim Anruf, in welchem Stockwerk der Strang liegt und ob im Rohr ein Gluckern zu hören ist. Der Betrieb stammt aus der Region, sieht den Strang durch und entlüftet oder spült ihn bei Bedarf. Die Abrechnung läuft direkt mit dem Betrieb.
Das Wichtigste zur Einrohrheizung
- Das Heizwasser durchläuft die Heizkörper eines Strangs nacheinander, die letzten werden daher schwächer warm.
- Entlüften und Thermostat prüfen sind die Handgriffe, die Bewohner selbst übernehmen dürfen.
- Ventile an Rohren, Rückläufen oder Bypass werden nicht verstellt, das stört den ganzen Strang.
- Anhaltende Probleme dem Vermieter oder der Hausverwaltung melden und den betroffenen Raum nennen.
- Einstellungen an Hydraulik, Pumpe und Spülung sind Aufgabe eines Fachbetriebs.
Kurz gefragt
Woran erkenne ich eine Einrohrheizung?
Bei der Einrohrheizung hängen die Heizkörper nacheinander an einer gemeinsamen Ringleitung, Vor- und Rücklauf je Heizkörper liegen an derselben Leitung. Der Strang läuft durch mehrere Räume. Sicher erkennt es der Fachbetrieb an der Verrohrung im Keller oder im Treppenhaus.
Warum bleibt der letzte Heizkörper im Strang lauwarm?
Das Wasser hat unterwegs Wärme abgegeben und kommt am Ende kühler an. Meist ist der letzte Heizkörper größer oder anders eingestellt, damit das ausgeglichen wird. Bleibt er trotzdem dauerhaft kalt, sind Luft, Verschmutzung oder eine verstellte Einstellung mögliche Gründe.
Darf ich am Bypass des Heizkörpers drehen?
Besser nicht. Der Bypass lenkt Wasser am Heizkörper vorbei und beeinflusst den gesamten Strang. Eine falsche Stellung kann andere Wohnungen im Haus auskühlen lassen. Die Einstellung gehört in die Hand einer Fachkraft, die den Strang insgesamt betrachtet.
