Altbau, Etagenheizung, Mehrfamilienhaus
Altbau und Etagenheizung verständlich erklärt
Im Altbau läuft die Wärme anders durchs Haus als in einem modernen Neubau. Mal hängt eine Gastherme in der Küche, mal versorgt ein Kessel im Keller alle Wohnungen zugleich. Wer die Bauart kennt, beschreibt eine Störung genauer und weiß, wen er im Haus verständigt.

Gasetagenheizung als Therme in der Wohnung
Eine Gasetagenheizung gehört zur einzelnen Wohnung: Dort hängt meist eine Wandtherme, die in Küche, Bad oder Flur ihren Platz hat. Sie heizt die Räume der Etage und erwärmt oft zugleich das Wasser. Das Gerät ist über eine Gasleitung angeschlossen, und das Abgas wird über einen Schacht oder einen Schornstein nach oben geführt, der im Haus oft von mehreren Wohnungen gemeinsam genutzt wird.
Fällt die Therme aus, sind meist nur die Bewohner dieser Etage betroffen. Das erleichtert die Eingrenzung, weil sich die Störung auf ein Gerät beschränkt. Halten Sie die Anzeige fest, entstören Sie höchstens einmal und lassen Sie die Verkleidung zu. Bei einer Störung der Gastherme gelten diese Schritte, ebenso bei der Gasetagenheizung im Altbau.
Einrohr- und Zweirohrheizung im Mehrfamilienhaus
- In Mehrfamilienhäusern mit Zentralheizung unterscheidet man zwei Bauarten der Verteilung.
- Bei der Zweirohrheizung hat jeder Heizkörper einen eigenen Vorlauf und Rücklauf, sodass alle Heizkörper Wasser in ähnlicher Temperatur erhalten. Diese Bauart ist in neueren Häusern üblich und lässt sich am einfachsten regeln. Der Vorteil liegt in der gleichmäßigeren Wärmeverteilung, der Nachteil im höheren Aufwand für Leitungen, die im Altbau nachträglich kaum noch zu verlegen sind.
- Die Einrohrheizung ist in vielen älteren Gebäuden zu finden. Das Wasser fließt durch einen Strang und passiert dabei einen Heizkörper nach dem anderen. Die letzten Heizkörper im Strang bekommen kühleres Wasser und werden weniger warm. Das ist Bauart und nicht Defekt, wie bei jeder Einrohrheizung im Mehrfamilienhaus.
- Bleibt ein Heizkörper dauerhaft kalt, hilft zuerst das Entlüften, danach der Blick auf Ventil und Druck. Reicht das nicht aus, folgen bei einem Heizkörper, der kalt bleibt, die nächsten Schritte. Ungleichmäßige Wärme im ganzen Haus lässt sich durch einen hydraulischen Abgleich verbessern. Ein Gespräch mit dem Fachbetrieb klärt, welcher dieser Schritte bei der vorhandenen Bauart überhaupt sinnvoll ist.
Zeiger unter der Markierung, Brenner aus?01579 2842270
Zentralheizung im Keller und die Hausverwaltung
Eine Zentralheizung im Keller versorgt alle Wohnungen eines Hauses mit Wärme und meist auch mit Warmwasser. Sie besteht aus Kessel oder Wärmepumpe, Pumpen, Regelung und Verteilung. Fällt sie aus, merken es alle Bewohner gleichzeitig, und die Heizkörper bleiben in allen Etagen kalt. Das unterscheidet den Ausfall deutlich von einer Störung an einer Etagentherme. Dieser Unterschied hilft bei der Meldung, weil die Hausverwaltung sofort erkennt, ob ein Gerät oder die ganze Anlage betroffen ist.

Mieter melden den Ausfall, dokumentieren und halten sich warm
Mieter geben dem Vermieter oder der Hausverwaltung vom Ausfall Bescheid und notieren das Datum. Schildern Sie dabei, seit wann die Wohnung kalt bleibt, in welchen Räumen es auffällt und welche Handgriffe Sie schon erledigt haben.
Fotos von Thermostat, Manometer und Störungsanzeige sind wertvoll, weil sie den Zustand festhalten. Notieren Sie außerdem, wann die Heizung zuletzt funktionierte und ob das Warmwasser betroffen ist. Bei einem Heizungsausfall in der Mietwohnung machen diese Angaben die Meldung an Vermieter oder Hausverwaltung brauchbar und helfen der Fachkraft beim Eingrenzen des Fehlers.
Halten Sie die Wohnung in der Zwischenphase so warm wie möglich: Türen schließen, warm anziehen, Decken nutzen und einen Raum bevorzugen. Greifen Sie nicht zu Behelfsgeräten mit offener Flamme oder hoher Stromlast, denn das ist unsicher. Bei Frost achten Sie auf Wasserleitungen an Außenwänden. Arbeiten an der Heizung selbst, etwa an der Therme, bleiben der Fachkraft überlassen. Bei sehr niedrigen Temperaturen im Raum sind Kinder, ältere und kranke Menschen besonders zu schützen.
Eigentümer und Vermieter sorgen für Wartung, Zugang und Absprachen
Wer Wohnungen vermietet oder ein Haus besitzt, hat ein Interesse an einer verlässlich laufenden Heizung.
Regelmäßige Durchsicht durch einen Fachbetrieb und Messung durch den Schornsteinfeger sorgen dafür, dass Schwachstellen früh auffallen. Notieren Sie, wann welche Arbeiten stattgefunden haben, und bewahren Sie die Unterlagen so auf, dass auch später jemand nachvollziehen kann, was geschah.
Hilfreich ist eine kurze Notiz im Hausflur oder im Heizungsraum mit Gerätetyp, Energieart und dem Namen des betreuenden Betriebs, sodass im Störungsfall nichts gesucht werden muss. Auch ein Hinweis auf Gasabsperrung und Notschalter gehört dazu.
Merkliste für Bewohner und Eigentümer im Altbau
- Kennen Sie Ihre Bauart: Therme in der Wohnung, Zentralheizung im Keller, Einrohr oder Zweirohr. Diese Angabe erleichtert jeden Anruf und jede Beschreibung.
- Lassen Sie bei Gasgeräten die Verkleidung immer geschlossen und entstören Sie höchstens einmal. Alles Weitere ist Sache der Fachkraft.
- Riecht es nach Gas, betätigen Sie keine Schalter und telefonieren nicht im Haus, vermeiden offenes Feuer, öffnen die Fenster, schließen wenn gefahrlos die Gasabsperreinrichtung, warnen die Mitbewohner, verlassen das Haus und alarmieren von draußen den Gasnetzbetreiber oder die 112.
- Fotografieren Sie Display, Manometer und Thermostat, solange alles in Ordnung ist. Ein Vergleichsfoto hilft später bei der Einordnung einer Störung.
- Melden Sie als Mieter den Ausfall dem Vermieter oder der Hausverwaltung und halten Sie Zeitpunkt und Beobachtungen schriftlich fest.
- Sorgen Sie als Eigentümer für freie Wege zum Heizungsraum, einen erreichbaren Notschalter und eine Notiz mit Gerätetyp und Betreuung der Anlage.
Heizungswissen für Altbau und Mietwohnung
Fragen zu Altbau und Etagenheizung
Woran erkenne ich eine Gasetagenheizung in meiner Wohnung?
Eine Gasetagenheizung zeigt sich durch ein Wandgerät mit Gasanschluss in Küche, Bad oder Flur, das nur Ihre Wohnung versorgt. Gibt es stattdessen nur Heizkörper ohne Gerät und einen Kessel im Keller, handelt es sich um eine Zentralheizung.
Warum werden manche Heizkörper im Altbau schlechter warm?
Bei einer Einrohrheizung kommt am Ende des Strangs kühleres Wasser an, weil es vorher alle anderen Heizkörper durchläuft. Auch Luft, klemmende Ventile und Schlamm bremsen die Wärme, sodass ein Entlüften oder Abgleichen die Lage verbessern kann.
Was tue ich, wenn die Heizung im ganzen Haus ausfällt?
Melden Sie den Ausfall Vermieter oder Hausverwaltung, damit nicht jede Wohnung einzeln handelt. Prüfen Sie, falls der Heizungsraum zugänglich ist, den Notschalter und notieren Sie die Anzeige. Alle weiteren Arbeiten an Kessel, Pumpe und Regelung gehören zur Fachkraft.
Darf ich bei einer Mietwohnung selbst an der Therme arbeiten?
An Brenner, Gaszufuhr, Abgasweg und Zündung darf kein Laie arbeiten, egal ob Miete oder Eigentum. Erlaubt sind Ablesen, Notieren, Entlüften der Heizkörper und eine einmalige Entstörung. Alles andere übernimmt ein Fachbetrieb.
Wie bereite ich die Wohnung auf einen Wartungstermin vor?
Machen Sie den Weg zur Therme frei und räumen Sie den Bereich um das Gerät leer. Halten Sie Unterlagen wie die Bedienungsanleitung und frühere Berichte bereit. Schreiben Sie auf, was in den vergangenen Monaten aufgefallen ist. Das erleichtert die Planung und verkürzt den Termin.
Welche Angaben helfen bei einem Anruf wegen Heizungsausfall?
Nennen Sie Ort und Etage, die Art der Heizung, den Gerätetyp, die Anzeige am Display und ob Sie zur Miete wohnen. Mit diesen Informationen kann ein passender Betrieb aus der Region ausgewählt und vermittelt werden.
Altbau und Etagenheizung in den Städten des Rheinlands
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